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Künstliche Intelligenz hautnah!

Aktualisiert: 18. Mai

PETER MICHAEL LINGENS: Wer die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf unsere Zukunft verstehen möchte, sollte bei diesem Jugendstück beginnen.


Die Begeisterung meines Enkels für Roboter hat mich in eine Vorstellung des Theaters "Theo" in Perchtoldsdorf verschlagen, wo unter dem Titel "KIM" ein Stück über künstliche Intelligenz uraufgeführt wurde.


Erwartet habe ich mir denkbar wenig: Wenn ein Autor sich eilig eines wissenschaftlichen Themas annimmt, weil es gerade "in" ist, kommt normalerweise Dilettantisches heraus. Aber Florian Staffelmayrs Stück über den Roboter KIM übertrifft alle Erwartungen.

Der Autor versteht wirklich etwas von künstlicher Intelligenz und gleich, ob man selbst mehr oder weniger davon versteht – nachdem man dem Stück eine Stunde lang gefolgt ist, ist man gescheiter: Man begreift die enormen, mit KI verbundenen Möglichkeiten und das kaum minder große, damit verbundene Risiko.


Denn das Stück kommt nicht belehrend, sondern als unglaublich lebensnahe Geschichte daher: Eine junge Frau wird für ein Projekt engagiert, bei dem der Roboter KIM Emotionen erlernen soll, indem er die Emotionen der jungen Frau, die gerade das Scheitern einer Beziehung erlebt hat, kopiert und speichert. Denn er soll vor allem für Vereinsamte eingesetzt werden und diesen eine Empathie entgegenbringen, die ihm bislang selbst noch fremd ist.


Die Beziehung zu der jungen Frau gestaltet sich denn auch anfangs scheinbar technisch, wenn auch ungemein witzig: Man erlebt KIMs Programmierung durch das Lernprogramm und seinen (ihren) Erfolg beim Einsatz in einem Heim. Danach dreht sich das Stück: Die junge Frau verliebt sich in KIM und will nicht wahrhaben, dass es ein Roboter und kein Mensch ist. Letztlich hält sie das nicht aus und zerstört die Mensch-Maschine.


Das alles ist, wie gesagt, in erster Linie unglaublich witzig, ehe es ebenso berührend wird und lebt nicht zuletzt von einer hervorragenden Aufführung: Alle drei Darsteller - die junge Frau, der Projektmanager und vor allem KIM - spielen glänzend.

Für Kinder ab etwa 8 Jahren ist die Aufführung so reizvoll, wie sie für Erwachsene spannend ist: Sie haben ihren Spaß am Roboter, während die Eltern darüber nachdenken, was er für die Zukunft bedeuten könnte.


Abendvorstellungen gibt es nur noch an zwei Terminen: Am 18. Mai und 24. Mai, jeweils um 18 Uhr. Weitere Vorstellungen finden um 10 Uhr vormittags für Jugendliche statt, zu denen man auch als Erwachsener wird Tickets ergattern können.


In Wirklichkeit gehört eine Aufführung von solcher Aktualität dringend vom Theater der Jugend und vor allem vom Fernsehen übernommen. Besser kann man Bildung und Unterhaltung schwer verbinden. Meint Ihr Peter Michael Lingens




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